EU-Reifenlabel

Für alle Neureifen seit 2012 Pflicht: Das EU-Reifenlabel

Bei neuen Haushaltsgeräten gehört es schon seit den späten Neunzigerjahren zum gewohnten Anblick – das EU-Label zur besseren Orientierung über Energieverbrauch oder Geräuschentwicklung des jeweiligen Modells. Rund zehn Jahre später – im Jahr 2009 – erweiterte die EU per Verordnung Nr. 1222/2009 das Label-System auch auf Reifen für Pkw und verschiedene Lkw. 

Jeder neue Reifen aus den Klassen C1 für Pkw oder C2 und C3 für Lkw, der ab dem 01.07.2012 produziert und in den Handel gebracht wurde, unterliegt der Kennzeichnungspflicht dieser Verordnung. Sie lässt aber auch Ausnahmen zu: allen voran die Gummis für Motorräder, aber auch runderneute Reifen, Notreifen und einige andere Sondermodelle müssen keine Kennzeichnung tragen.

Dreifache Kennzeichnung mit dem EU-Reifenlabel

Das EU-Reifenlabel soll Ihnen als Verbraucher wichtige Informationen zu drei zentralen Eigenschaften des jeweiligen Reifens geben:

Kraftstoffeffizienz

Wie wirtschaftlich fahren Sie mit diesem Reifen? Hier dient der Rollwiderstand als Kriterium zur Einstufung in Klassen von A bis G, einem System, das Sie so auch auf Haushaltsgeräten finden. Der Rollwiderstand beeinflusst den Kraftstoffverbrauch eines Fahrzeugs zu rund 20 Prozent. Leicht laufende Reifen sorgen für niedrige Verbrauchswerte und tragen ein EU-Reifenlabel der Klasse A oder B. Mit steigendem Rollwiderstand nimmt die Kraftstoffeffizienz ab. Ein mit G gekennzeichneter Reifen lässt Ihren Kraftstoffverbrauch gegenüber effizienten Reifen um knapp 10 Prozent ansteigen, was über die gesamte Reifenlebensdauer leicht mehrere hundert Euro zusätzliche Spritkosten ausmacht. 

Pkw- und Lkw-Reifen werden hier und bei den folgenden Kriterien natürlich unterschiedlich beurteilt, um den abweichenden physikalischen Eigenschaften von Fahrzeugen und Bereifung Rechnung zu tragen. 

Externe Abrollgeräusche

Genauso sind Reifen für einen Teil der Fahrgeräusche ihres Autos verantwortlich. Das EU-Reifenlabel konzentriert sich dabei auf die Geräuschentwicklung außen, mit der ein Fahrzeug die Umwelt belastet. Bei Pkw beispielsweise werden diese Geräusche schon ab 35 km/h zur Hauptlärmquelle des Fahrzeugs. Die EU hat deswegen für diese Reifen und für Lkw-Pneus ab 2016 gültige Lärm-Grenzwerte in Dezibel dB(A) festgelegt. Auf dem EU-Reifenlabel zeigt ein Reifensymbol mit Lautsprecher und drei angedeuteten Schallwellen die Einstufung des Modells an. Sind alle drei Wellen schwarz, hält der neue Reifen gerade den Grenzwert ein – er ist also sehr laut. Zwei schwarze Wellen erhalten Reifen, die den Klassen-Grenzwert um bis zu 3 dB(A) unterschreiten. Die leisesten Reifen sind mit einer schwarzen Welle gekennzeichnet und unterschreiten die EU-Vorgabe um drei oder mehr Dezibel.

Nasshaftung

Die Haftung eines Reifens bei Nässe bildet den dritten Bestandteil des EU-Reifenlabels. Hierzu wird der Bremsweg des Reifens auf nassem Untergrund gemessen. In der Kategorie A finden Sie Modelle mit besonders kurzem Bremsweg. Diese Einteilung kennt nur die Klassen A bis C sowie E und F, wo sich der Bremsweg des Reifens im Vergleich zum Idealwert um bis zu 30 Prozent verlängert.

So gibt Ihnen das EU-Reifenlabel Auskunft zu den wichtigen Bereichen Kraftstoffverbrauch, Sicherheit und Umweltbelastung, macht unterschiedliche Reifen in diesen Punkten schnell vergleichbar und erleichtert Ihnen die richtige Auswahl beim Reifenkauf.